Chronik

Nach dem in vielen umliegenden Ortschaften Gesangvereine und Posaunenchöre ins Leben gerufen wurden, entschloß man sich am 04.01.1926 in Alvesrode und Völksen einen gemeinsamen Posaunenchor zu gründen. Den 1. Vorsitzenden und das Dirigentenamt übernahm W. Bode, 2.Vorsitzender und stellvertretender Dirigent wurde Conrad Feise, Schriftführer Adolf Nagel sen. und Kassierer Willi Höfer. Zunächst wurden 24 Instrumente im Wert von 2411,68 RM angeschafft.

Ein Teil dieses Geldes wurde durch Auftritte und Spenden eingenommen, für 1500 RM mussten Fritz Woltmann sen. und Konrad Tegtmeier mit ihrem Privatvermögen bürgen.

 

Die wöchentlichen Übungsabende wurden zunächst Dienstags nur in Völksen abgehalten, ab 1932 dann abwechselnd auch in Alvesrode. Die Alvesroder marschierten damals bei Wind und Wetter nach Völksen zu den Übungsabenden, sogar Silvester um 24 Uhr traf man sich, um an der Kirchenglocke das neue Jahr zu begrüßen. Als Uniform wurden braune Windjacken und sogenannte Deistermützen mit Lyraabzeichen angeschafft. Es wurden Auftritte für die Feuerwehr, bei örtlichen Aktivitäten und bei Ständchen abgehalten. Der traditionelle Pfingstausmarsch in den Wald wurde erstmals 1935 durchgeführt und seither wird mit dem Gesangsverein Frohsinn jedes Jahr Pfingstmontag diese Tradition fortgesetzt.

Wegen diverser Unstimmigkeiten blieben die aktiven Völksener 1936 der Jahreshauptversammlung fern und es folgte die Trennung vom Posaunenchor Völksen. Die schweren Jahre des 2. Weltkrieges brachten das Vereinsleben zum Erliegen. Erst 1949 wurde der Posaunenchor unter der Leitung von Heinrich Schmidt mit 10 Mitgliedern wieder zum Leben erweckt. Da der Posaunenchor Alvesrode der einzige in der Gegend war, wurde in vielen Kirchengemeinden gespielt. Trotz der beschwerlichen Nachkriegsjahre gewann man neue Mitglieder und spielte bei dem 1. Nachkriegsschützenfest in Alvesrode 1950 auf. Mit einer kleinen Feierstunde mit Kaffeetrinken, anschließendem Musizieren und gemütlichem Beisammensein wurde am 03.Februar 1951 den finanziellen Möglichkeiten entsprechend das 25-jährige Bestehen gefeiert. Die nachfolgenden Jahre waren angefüllt mit reger Tätigkeit. Mit 31 Auftritten im Jahr 1951 waren die Musiker schon gut beschäftigt. Es wurde an Festen in der Umgebung teilgenommen und der Verein wurde immer mehr in das dörfliche und kulturelle Leben eingebunden. Dabei entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit und Kameradschaft unter den Vereinen im Dorf. Besonders die Ausflugsfahrten in das Umland, egal ob mit einer Kutsche, einem Trecker oder mit dem Autobus, waren eine nette Abwechslung zu dem arbeitsreichen Alltag in dieser Zeit. Unvergessen bleibt hier der Zwetschgenball 1951 und der Sturz des Paukenspielers vom Traktoranhänger ( dieser und die Pauke blieben Gott sei Dank unversehrt). Bei Kaffee und Vesper wurde gemeinsam musiziert und die wenige Freizeit in vollen Zügen genossen.

In den Jahren 1955 –1958 wurden keine Jahreshauptversammlungen abgehalten. Erst 1959 wurde bei der Jahreshauptversammlung beschlossen, einen festen Beitrag zu kassieren : Aktive Mitglieder 3 DM, passive Mitglieder 6 DM. Zu Hochzeiten und anderen familiären Feiern wurden oft Ständchen gespielt. Auch in das kirchliche Leben war der Posaunenchor weiterhin eingebunden.

Am 07.02.1959 wurden auch erstmals Ehrenmitglieder ernannt: Fritz Woltmann sen. und Konrad Tegtmeier. In den Jahren 1962-1971 ruhte das offizielle Vereinsleben fast vollständig. Fritz Howind und Bruno Höfs gründeten in dieser Zeit „inoffiziell“ mit einigen Musikern aus Alvesrode, Bennigsen und Lüdersen den sogenannten Freichor. Diese etwa 10 Musiker traten bei Ständchen auf und spielten für die Kirchengemeinde und die Feuerwehr im Ort. Für das leibliche Wohl der Musiker sorgte damals Ilse Niemann.